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Marner Rosenmontagsumzug am 7. März 2011

Der Tourismus-Service Friedrichskoog trommelte ein Dutzend Mädels zusammen, die unter dem Motto "Friedrichskoog ohne Hafen ist wie Bayern ohne Dirndl" als Fußgruppe unterwegs waren. Eine Handvoll BIHZler begleitete die Gruppe, eine weitere Handvoll war am Wegesrand in BIHZ-Klamotten unterwegs. Marn hol fast!


 
 

Winterleuchten am Hafen am 27. November 2010

In Anlehnung an den "Hafen in Flammen" im August sollte der Hafen noch einmal im Lichterglanz erstrahlen, und zwar mit einem großen beleuchteten Tannenbaum (XXL-Tanne) auf einem Ponton im Hafenbecken, zusätzlichen Tannenbäumen an Land, Fackeln, Lichtern, Laternen und Wunderkerzen. 16 Uhr: Beginn. Andacht mit Pastor Dirk Sobott.

Für das leibliche Wohl wurde auf einer kleinen Schlemmermeile im Bereich Kiosk/Fischhaus Stührk gesorgt, unter anderem mit rotem und weißem Glühwein, Kakao und Kinderpunsch, Bier und Erfrischungsgetränken, mit Förtchen, Fischbrötchen, Bratwurst, Gulaschsuppe, Schmalzbroten, Buntem Stuten mit Mettwurst, Waffeln und Weihnachtsgebäck. Anlässlich des Winterleuchtens gab es ganz neu BIHZ-Becher, die jeder mit dem 1. Getränk kaufen konnte.

17 Uhr: Der Nikolaus kommt.

18 Uhr: Spektakuläre Hafenwette: Wir wetten, dass Friedrichskoog eher ein Licht aufgeht und der Nikolaus übers Wasser läuft, als Kiel es schafft, unseren Hafen zu schließen! Der Hafen leuchtet.

 


Hafen-Ausstellung, Eröffnung am 22. Oktober 2010 (geöffnet außerdem am 23./24. und 30./31.10. sowie 6./7.11.2010)

Obwohl das Organisationsteam zu zwei Drittel Urlaub antrat, der vor der Idee gebucht worden war, und obwohl sich etwa die Hälfte dann auch noch einen schicken Schnupfen-Husten-Virus einfing, wurde das Werk "Hafen-Ausstellung" vollbracht! Zur Eröffnung waren sich alle einig, dass eine tolle Sache entstanden ist, und womöglich gibt es eine Fortsetzung. Aber darüber reden wir später, wenn die Energiereserven wieder aufgetankt sind. Erst einmal sollten sich alle ansehen, was zusammengetragen und was so bereitwillig von Friedrichskooger Familien gegeben wurde, um den Friedrichskooger Hafen, das Dasein der Fischer und die Lebensader der Gemeinde darzustellen. Herzlichen Dank an alle Beteiligten!

   


BIHZ-Demo in Kiel am 9. September 2010


200 BIHZler in Kiel (weitere Fotos siehe "Fotos...")


Dirk rief allen die neue Zahl entgegen. Aus 16.000 vom Vortag waren am 9.9.2010 sage und schreibe 17.250 Unterschriften geworden! Eine Kopie wurde Ministerpräsident Peter Harry Carstensen überreicht. Der Karton, den er hier in Händen hält, war übrigens kurze Zeit später über einen Seitenausgang des Landtagsgebäudes schon wieder auf dem Weg nach draußen unterwegs - in den Dienstwagen??? (siehe "Beweisfoto"...)


Hat jemand mitgekriegt, wo der shz-Mitarbeiter die Trillerpfeifen gehört hat???

Die Pöbeleien einer Person während der Rede eines Landtagsabgeordneten wurden übrigens von vielen BIHZlern als äußerst unpassend und unangenehm empfunden; zumal sie von jemandem kamen, der bislang nicht bei der BIHZ in Erscheinung getreten ist. Das war völlig unnötig und sah sehr nach Wahlkampf aus. Die BIHZ kämpft aber nicht für einen politischen Machtwechsel; denn der würde nicht automatisch bedeuten, dass alles besser wird. Die BIHZ kämpft "nur" für den Erhalt des Hafens. Das ist Motivation und Anlass genug!

Schön gesungen hat die BIHZ auch: "Zieht euch warm an! Wenn der Hafen dicht ist, seid ihr arm dran!"


(Vorlage zum Artikel in der "Marner Zeitung" am 10.9.2010:)

Mit einem Bollerwagen voller Gemüse, einem ausgestopften Seehund, einer Segeljolle sowie einem Haufen Protestschilder und –banner stellte sich die Bürgerinitiative Hafen-Zukunft (BIHZ) gestern mit 200 Leuten protestierend vor den Kieler Landtag und ließ Schiffssirenen heulen.

Die Mitbringsel symbolisierten die notwendige Be- und Entwässerung durch den von der Schließung bedrohten Friedrichskooger Hafen, standen für die Seehundstation, den Sportbootclub und die Fischerei, und die Schilder machten auf die befürchteten Defizite im Tourismusbereich aufmerksam. Abgeordnete fast aller Parteien mischten sich unter die Friedrichskooger, und auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen stellte sich den Demonstranten von der Westküste. BIHZ-Sprecher Dirk Eggers übergab Kopien von 17.250 Unterschriften, die innerhalb von nur drei Monaten in der 2.500-Seelen-Gemeinde und im Dithmarscher Umfeld für den Hafen-Erhalt gesammelt worden waren.

Carstensen betonte, dass man nach den ersten Verhandlungen am Montag im Gespräch bleiben müsse. Der Ministerpräsident hatte zugesichert, dass Sachkosten für den Hafenbetrieb von rund 170.000 Euro (statt der bisherigen 670.000 Euro) und der Job des Hafenmeisters während einer zweijährigen Probephase vom Land getragen würden. Der Gemeinde überlasse man geschätzte Einnahmen von rund 75.000 Euro jährlich. In Friedrichskoog ist man mit dieser Lösung noch nicht ganz zufrieden, kommen doch von heute auf morgen sechsstellige Beträge auf den kleinen Ort zu, die nicht vorgesehen und vielleicht nicht zu bewältigen sind.

„Ich habe Verständnis, dass die, die in Friedrichskoog wohnen, mit dem Hafen leben und sich sorgen“, sagte Carstensen. „Ich glaube aber auch, dass die Probleme des Landes gesehen werden müssen. Sie sollen ihren Unmut ausdrücken, aber wir sollten auch eine vernünftige Lösung finden.“

Die Landtagsabgeordneten Jens Magnussen (CDU) und Oliver Kumbartzky (FDP) sprachen der BIHZ nicht nur ein großes Lob für deren nach wie vor friedlichen Protest aus (Magnussen: „Das ist allererste Sahne.“). Beide betonten, dass Friedrichskoog das Angebot annehmen solle. Magnussen forderte das Einbeziehen der „Betroffenen-Kompetenz“. Kumbartzky regte die Gründung eines Vereins mit Beteiligung aller Ebenen an, von der Gemeinde bis zur BIHZ. Dethlef Buder (SPD) monierte, dass das Konzept vom Montag sehr kurzsichtig sei und „der Ministerpräsident offenbar nur die Bevölkerung beruhigen“ wolle. Bernd Voß (Bündnis 90/Die Grünen) will, dass der Friedrichskooger Hafen wie alle anderen zur Diskussion stehenden auf alle Optionen geprüft werde, um ihn zu erhalten.


Was die Beteiligten außerdem sagten:

Als sich die BIHZler morgens um 6.30 Uhr in Friedrichskoog auf den Weg machten, sagte ein Mitfahrender angesichts der vielen Leute und der Sachen, die sie verstauten: "Das sieht aus, als wollten wir auswandern."

Jens Magnussen (CDU) sagte, es müsse ein Konzept erarbeitet werden. "Vorschläge aus der Region sollten jetzt in die Bewirtschaftung aufgenommen werden." Das bedeute, die "Betroffenen-Kompetenz" nicht nur mit einzubeziehen, sondern die Vorschläge der Menschen vor Ort auch anzunehmen. "Und es müssen endlich Zahlen auf den Tisch." Ohne die gebe es keine vernünftige Grundlage.

Oliver Kumbartzky (FDP) betonte, dass Fördertöpfe genutzt werden müsste, wenn die Zukunft jetzt in der Hand der Kommune liege. Zugleich sei die Gründung einer Art Förderverein notwendig, um zum einen andere Töpfe anzapfen zu können und Spendengelder einzuwerben, zum anderen aber auch mit gezieltem Marketing und besonderen Aktionen für eine Belebung des Hafens zu sorgen.

Detlef Buder (SPD) meinte, das Angebot von Peter Harry Carstensen hänge von der zu gewährleistenden Finanzierung ab, und die Gemeinde sei nicht in der Lage, den Hafen zu bezahlen. "Denn wo soll das Geld herkommen?"


Hafen in Flammen am 14. August 2010 (Vorlage zum Artikel in der "Marner Zeitung" am 16.8.2010:)

Der Friedrichskooger Hafen stand vorgestern Abend in Flammen. Mehr und strahlender, als die Aktiven der Bürgerinitiative Hafen-Zukunft zu hoffen gewagt hatten. Wird dieser Lichtstreifen am fernen Horizont der Westküste in Kiel gesehen? Die BIHZ hofft das.

Alle „potentiellen Hafenretter“ waren den ganzen Tag über angespannt und gleichzeitig freudig aufgeregt. Denn mit dem „Hafen in Flammen“ wollte die Bürgerinitiative jetzt noch einmal alle Befürworter des Hafens zusammenrufen. Und sie kamen. Es waren über 1000. Manche schätzten sogar 2000 oder 3000. Und ihnen rief BIHZ-Sprecher Dirk Eggers entgegen: „Wir erhalten unseren Hafen. Das kriegen wir hin, alle zusammen.“ Und die Menge antwortete mit einem zustimmenden Johlen.

Obwohl die BIHZ erst eine Stunde vor dem „Hafen in Flammen“ mit dem Verkauf von 350 Fackeln angefangen hatte, waren diese im Nu vergriffen — auch dank der äußerst günstigen Wetterbedingungen. Denn die Lichter konnten bei absoluter Windstille entzündet werden. So entstand von der Wutkiste bis zur Werft eine mindestens doppelte und dreifache Kette. Jugendliche schlossen den Kreis über das Wasser hinweg mit ihren kleinen Booten. Und von den Teilnehmern war zu hören: „Ist das schön.“ oder „Was für ein Anblick.“ Und einigen liefen einfach nur die Tränen über die Wangen, weil dieses Lichtermeer überwältigend leuchtete.

Bauchschmerzen haben manche in der BIHZ, seitdem sie von der Drei-Millionen-Investition in den Büsumer Hafen gehört haben. Eggers sagte dazu: „Büsum kann ja nichts dafür. Hätte Friedrichskoog einen solchen Bescheid bekommen, dann würden wir das auch annehmen. Für uns heißt die Devise aber: Jetzt erst recht! Wir sollen ganz sicher von entsprechender Stelle entmutigt werden. Aber hier passiert gerade genau das Gegenteil. Je mehr man uns aus Kiel bekämpft, desto mehr wehren wir uns. Und die Unterstützung wächst täglich.“ Bettina Adam: „Ich finde es beachtlich, dass sich der Büsumer Fischerverein für den Erhalt des Friedrichskooger Hafens ausspricht. Warum hört man nicht einfach mal auf die, auf die man hören müsste, damit etwas Sinnvolles entsteht?“ Angelika Kruse: „Diese Nachricht war Katastrophe und Donnerhall zugleich, und es ist ein toller Trick aus Kiel, den Büsumern schmackhaft zu machen, ein ganz großer Hafen zu werden. Da müsste sich jetzt eigentlich die gesamte Küste wehren. Denn Friedrichskoog steht nicht allein mit dem Problem da. Ich frage mich aber, was dahinter steckt, dass Kiel solche Geschosse abfeuert. Es sieht ganz danach aus, dass man uns hier ein riesiges Naturschutzgebiet vor die Nase setzen will, um Hamburg einen Sandabladeplatz und gleichzeitig eine Ausgleichsfläche für die Elbvertiefung zuzuschustern. Es gibt einen Deal. Davon bin ich fest überzeugt.“

Ein Bericht über die geplante Schließung und den „Hafen in Flammen“ ist übermorgen oder kommende Woche Mittwoch um 21 Uhr im NDR in „Menschen und Schlagzeilen“ zu sehen.


Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am 29. Juli 2010 auf der Bohr- und Förderinsel Mittelplate (Vorlage zum Artikel in der "Marner Zeitung" am 31.7.2010:)

Da war alles auf einmal da: Gänsehaut, Kloß im Hals und Tränen in den Augen. Als Friedrichskooger Fischer und Sportbootbesitzer dem „Landesvater“ Peter Harry Carstensen vorgestern vor der Mittelplate zeigen, dass sie „da“ sind, sind das Augenblicke voller Emotionen.

Als wir gegen 14 Uhr mit der „Viva“ im Friedrichskooger Hafen starten, sind die meisten Boote schon weg. Jedenfalls die, die überhaupt hinausfahren können. Denn bei Windstärke 5 bis 6 und Böen mit 7 können sich viele der kleineren Hobby- und Sportboote gar nicht auf die Nordsee wagen. Schon im Hafenpriel kommt uns einer der Friedrichskooger Jungs entgegen, die oft mit ihren kleinen Booten unterwegs sind. Dieser Junge musste umkehren. Die Wellen sind zu hoch. Draußen geht’s mit dem höchst möglichen Tempo in Richtung Bohr- und Förderinsel Mittelplate. Dort soll sich der Ministerpräsident Schleswig-Holsteins gerade aufhalten. Aber keiner weiß so genau, ob er wirklich da ist. Hat er vielleicht doch Wind von der Aktion bekommen, die schon so lange geplant ist, aber gedeckelt wurde? Schließlich wollte die Bürgerinitiative Hafen-Zukunft (BIHZ), die zu dieser Ausfahrt aufgerufen hat, nicht, dass Peter Harry Carstensen kurz vorher absagt. Mit Friedrichskooger Fischern und überhaupt mit Dithmarschern ist ja bekanntlich nicht gut Kirschen essen, wenn man sie reizt. Und die Landesregierung hat die Friedrichskooger mit der drohenden Hafenschließung gereizt. Wen würde es da wundern, wenn „PHC“ kurzfristig kneift?

Beeindruckend ist schon aus der Ferne, dass sich so einige Boote da draußen befinden. Das sind bestimmt zehn Kutter, schätzen wir. Nein, da aus Richtung Cuxhaven kommen auch noch welche. Und da, aus Richtung Büsum sind noch mehr unterwegs. Und dahinten. Noch einer. Sternförmig bewegen sich die Schiffe auf die Insel zu. Als wir an der Mittelplate ankommen, wissen wir dann auch, dass „er“ da ist. Denn gleich neben der Bohr- und Förderinsel liegt ein Boot der Küstenwache. Die Polizei ist vor Ort, und hinter uns taucht der Seenotkreuzer „Hans Hackmack“ auf. Zwei, drei Kutter fahren immer näher an die Insel heran. Die sechs größeren Sportboote, die da sind, fahren auf und ab. Wir zählen jetzt — sage und schreibe — 17 Kutter. Alle rund herum, dicht gedrängt. Was für ein Anblick! Und da taucht Peter Harry Carstensen auf. Er muss während der Mittelplate-Besichtigung eine Brücke passieren, die über den Schiffsanlegern liegt, und von dort oben muss ihn dieser Anblick doch nun wirklich überwältigen. Prompt kommt über UKW die Anfrage, ob sich Dieter Voss, der Vorsitzende der Friedrichskooger Fischer, auf einem der Schiffe befinde. Er wird zum Gespräch mit dem Ministerpräsidenten gebeten. Aber das erfahren alle anderen erst später. Die BIHZler wundern sich nur, dass plötzlich die „Julius“ zum Anleger fährt und ein Mann in Orange das Boot verlässt. Das ist Dieter Voss. Seine Familie, die mit mir auf der „Viva“ sitzt, erkennt ihn sofort. Nach einer kleinen Ewigkeit taucht die orangefarbene Jacke wieder auf. Voss verlässt die Bohrinsel. Und? Was hat er gesagt? Voss erzählt: „Er will, dass wir nach seinem Urlaub mit einer kleinen Delegation nach Kiel kommen. Sparen ist weiter das oberste Ziel, aber wir können mit ihm über Alternativen sprechen.“ Das geht über UKW an alle. Die Antwort ist ein Heulen der Schiffshörner, das durch Mark und Bein geht. Plötzlich Stille. Da ist Peter Harry Carstensen. Er geht auf die „Sara Maatje VII“, die ihn zurück nach Cuxhaven bringt. Das Schiff legt ab, und wieder begleitet ihn das Dröhnen der Hörner. Er soll die Friedrichskooger nicht vergessen. Die fahren wenig später in alle Himmelrichtungen davon und sind ziemlich zufrieden — wenn auch noch längst nicht am Ziel. Die nächste Aktion kommt bestimmt.

 

Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am 17. Juli 2010 auf dem Heider Marktfrieden

Ca. 50 BIHZlerkamen in ihren schwarzen T-Shirts (...und Spaghettiträger-Shirts!) vor der St. Jürgen-Kirche in Heide zusammen, wo PHC ab 9.30 Uhr an einem Gottesdienst teilnahm, da die Kirche ihren 450. Geburtstag feierte. Eine Handvoll BIHZler waren so früh dran, so dass sie PHC schon vor dem Gottesdienst quasi in die Arme liefen. Erst nach dem Gottesdienst aber erwartete PHC eine schwarze Menge, wie geplant. Aus Beobachtungen war zu erfahren, dass Heides Bürgermeister im wahrsten Sinne die Hände über dem Kopf zusammenschlug, als er die "schwarze Meute" sah. Er erkannte aber schnell, dass die BIHZ wie gehabt friedlich ihre Meinung kundtun wollte. Auch von seiten der Ordnungshüter erntete die BIHZ wieder Lob wegen ihres souveränen Auftritts. Die Bevölkerung stand ohnehin größtenteils auf unserer Seite. Nur der Ministerpräsident hatte sich offenkundig sehr schlecht vorbereitet. Hier Ausschnitte:

  • Herbert Scholl, zugezogener Wahl-Friedrichskooger mit "leichtem" südwestdeutschen Dialekt, sagte: Durch die Schließung des Hafens wird der Ort zerstört. Antwort PHC: Wo kommen Sie her? Sind Sie Urlauber?

  • Uwe Marscheider für die Werft: Was passiert mit den Arbeitslosen, die durch die Schießung des Hafens entstehen? Antwort PHC: Wieso Arbeitslose? Wodurch? (Ihm ist offenbar nicht klar, wie viele Arbeitende rund um den Hafen NOCH AKTIV sind...)

Dirk Eggers sprach mit dem Ministerpräsidenten, als der die Kirche verließ:

  • Wissen Sie eigentlich, was Sie uns nehmen? Antwort PHC: Machen Sie Vorschläge zur Kosteneinsparung. Dann können wir reden. (Damit haben wir jetzt auch von oberster Stelle den Schwarzen Peter zugespielt bekommen. Ist es die Aufgabe der Bürger die Arbeit unserer Politiker und Verwaltungsfachleute zu erledigen?)

  • Wir haben ein paar wichtige Informationen in unserem Flyer zusammengestellt. Bitte lesen Sie sich den Flyer durch. Antwort PHC: Ihr müsst ein bisschen ruhiger mit der Presse werden, auch die Sache mit der Kutterregatta und der SeeBG hätte so nicht bekannt werden müssen. (Pressefreiheit? Freie Meinungsäußerung? Grundgesetz? Eigentlich "ohne Worte", wenn es nicht so wichtig wäre, dem zu widersprechen.)

  • Wir möchten Sie gerne einladen, zu einem Informationsgespräch anlässlich... Unterbrechende Antwort PHC: Keine Zeit.

    Die Antworten unseres "Landesvaters" stießen, gelinde gesagt, auf Verwunderung. Und das ist wirklich mild ausgedrückt. Auch PHC wurde befragt, ob und wann Friedrichskoog eine detaillierte Aufstellung der Kosten bekommt. Denn noch immer kursieren lediglich die Gesamtsumme 670.000 Euro, aufgeschlüsselt in 240.000 Personalkosten, 100.000 Sachkosten und 330.000 Baggerkosten. PHC meinte, ein Landtagsabgeordneter habe genauere Zahlen. Der hat aber auch nur die, die er sich selbst organisiert hat.

    Unser Ministerpräsident ist schlecht informiert. Das wurde deutlich. Und es entstand das Gefühl, dass ihm nicht sonderlich viel an den Menschen und dem Friedrichskooger Hafen liegt.

    Aber das werden wir so nicht hinnehmen.


Besuch des Agrar- und Umweltausschusses in Heide am 1. Juli 2010

Mit fünf T-Shirt-Trägern und vier weiteren Bürgern der Gemeinde Friedrichskoog nahmen wir als Zuhörer an dieser Sitzung teil, in der Matthias Reimers, Geschäftsführer des Deich- und Hauptsielverbandes (DHSV), einen Vortrag mit dem Titel "Entwässerung des Hinterlandes durch den Hafen Friedrichskoog" hielt. Der DHSV fordert eine ausschließlich freie Entwässerung über den Hafen, also wie bisher durch ein Sperrwerk. Das Sperrwerk sei für den Küstenschutz und für den Hafenbetrieb angelegt worden. Priorität habe dabei der Entwässerungsbedarf. Reimers machte deutlich: "Der bisherige Komfort der Entwässerung muss aufrechterhalten werden." Aus topografischer Sicht liege ein Anschluss an das Steertlochsiel vielleicht nahe (also eine Entwässerung über den südlichen Speicherkoog), dies sei jedoch praktisch schwer umsetzbar und aufgrund notwendiger umfangreicher Baumaßnahmen sicher teuer. Die Investitions- und Betriebskosten, die als Konsequenz aus einem Schöpfwerk-Bau entstehen, seien hoch und nicht vom DHSV verschuldet. Das Land müsse als Verursacher die Folgen tragen. Das sei die Forderungshaltung des DHSV. Es sei mit Jahresbetriebskosten von 120.000 Euro zu rechnen, ganz zu schweigen von der zurzeit kursierenden Bausumme von 4 Millionen für ein Schöpfwerk. Im Ausschuss wurden dieses Fakten als "irre Summen" bezeichnet. Der Vorsitzende Malerius wandte sich abschließend an die T-Shirt-Träger, dass die BIHZ ihren Protest unbedingt aufrechterhalten und "am Ball bleiben" solle. Nach der Sommerpause soll der Agrar- und Umweltausschuss gleich in der ersten Sitzung wieder das Friedrichskooger Hafenthema auf der Tagesordnung haben. Dann solle auch jemand aus Kiel Rede und Antwort stehen.

Informationsabend 30. Juni 2010, Haus des Kurgastes


  • An diesem Abend wurden zum ersten Mal die Hafenfresser-Postkarten (siehe Fotos, Listen etc.) verteilt. Dass sie nach Kiel geschickt werden sollen, steht ja auf der Rückseite schon drauf. Wer aber möchte, kann diese Adresse auch überkleben und die Post an den zweiten "Hafenfresser" nach Hamburg schicken. Denn viele gehen davon aus, dass es einen Elbbaggerungs-Sand-Deal zwischen Schleswig-Holstein und Hamburg gibt, für den Friedrichskoog geopfert werden soll. Wer das ebenfalls glaubt, schickt seinen Protest an: Senatskanzlei, Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg und Präsident des Senats, Rathausmarkt 1, 20095 Hamburg

  • Vom 7. bis zum 9. Juli 2010 finden die letzten Sitzungen des Landtags statt. Wer fährt mit nach Kiel???

  • Wer sich die "Kleine Anfrage" des Abgeordneten Bernd Voß (Bündnis 90/ Die Grünen) noch einmal in Ruhe durchlesen möchte, findet sie auf www.landtag.ltsh.de. Am schnellsten kommt man zur "Drucksache 17/613" vom 22.06.2010 durch Suche: Hafen Friedrichskoog 2010.

  • Etwa 300 Zuhörer kamen zum Info-Abend und erfuhren, dass die Gespräche vom 24. Juni (Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung in Dithmarschen) und am 29. Juni (u.a. mit Vertretern des Kieler Wirtschaftsministeriums) nur zu wenig geführt haben. Aus dem Gespräch vom 24. Juni ergab sich immerhin, dass der Kreis Dithmarschen die Federführung übernommen hat, den Hafen zu retten. Bürgermeister Gerd Dethlefs freute sich darüber: "Wir werden vom Kreis voll unterstützt. Man hat uns nicht allein gelassen." Das Gespräch am 29. Juni verlief dagegen frustrierend. Fischervereins-Vorsitzender Dieter Voss sagte: „Das war ein Tiefschlag.“ Er habe selten einer solchen Arroganz und Überheblichkeit gegenübergestanden. „Man muss sich da mit Leuten abgeben, die null Ahnung haben.“ Ein Mitarbeiter des Kieler Ministeriums habe Ostseehäfen als Beispiel angeführt und sie mit denen der Nordseeküste verglichen. Ein Unding für einen Westküstenbewohner. Auch Dieksanderkoogs Sielverbandsvorsteher Jens Thomsen meinte zu dem Treffen: „Ich war schockiert, wie hartnäckig die uns gesagt haben, dass der Hafen geschlossen wird.“ Michael Steinmacher vom Fischereischutzverband machte aber auch Mut: „Eure Bürgerinitiative stinkt denen in Kiel gewaltig. Macht weiter!“ (Weitere Infos siehe Artikel in der Marner Zeitung vom 28. Juni 2010)

  • Dass die Seehundstation Friedrichskoog ihre Dauerhaltungstiere nach einer Hafenschließung nur noch über eine Pipeline mit Seewasser in den Becken versorgen kann, wurde von dem Mitarbeiter des Kieler Wirtschaftsministeriums in dem Gespräch am 29. Juni lapidar damit vom Tisch gefegt, dass eine Investition von ca. 550.000 Euro für eine 2,5 Kilometer lange Pipeline kein Problem sei, berichtete Voss.

  • Auch das von Landesseite erdachte Schöpfwerk, dass ersatzweise in die Schleuse hineingebaut werden soll, ist ein Finanzphänomen. Zwar will man künftig, laut Sparpaket, jährlich gut 700.000 Euro Ausgaben für den Hafen sparen (Personalkosten 240.000 €, Sachkosten 100.000 € und Baggerkosten 330.000 € --- unglaublich perfekte glatte Summen, die letztlich aber doch nur 670.000 € ergeben. Aber was sind schon 30.000 € ...), investiert werden soll aber auch wieder. Laut eines alten Gutachtens würde ein Schöpfwerk weit über 7 Millionen Euro kosten, ganz abgesehen von den darauffolgenden Unterhaltungskosten. Jetzt kostet diese Sache plötzlich nur noch 4 Millionen. Seit wann wird in Deutschland irgendetwas billiger?? Und wie oft passen 670.000 in die 4? Und wie hoch werden die Unterhaltungskosten geschätzt? Der Deich- und Hauptsielverband schätzt die Jahresbetriebskosten auf 120.000 Euro. Dazu kämen die Investitionen, die notwendig sind, um das Entwässerungssystem überhaupt weiter funktionieren zu lassen. Wer soll das bezahlen?

  • Jens Thomsen, Sieverbandsvorsteher im Dieksanderkoog, sieht eine 3-fach-Belastung auf die Bürger der Gemeinde Friedrichskoog zukommen. "Dreimal langt Ihnen jemand in die Tasche.

1. Der ohnehin sich auf dem absteigenden Ast befindliche Tourismus wird durch eine Schließung des Hafens schwerwiegend geschädigt. Mit Mindereinnahmen ist zu rechnen.

2. Jeder in der Gemeinde wird über den Sielverband die Kosten mittragen müssen, die entstehen, wenn sich das Land gegen die Bürger der Gemeinde Friedrichskoog entscheidet. Viele wissen nicht, dass sie zurzeit schon an den Sielverband zahlen, weil dies über Pauschalen geschieht. Aber es wird nicht nur die Landwirte mit ihren großen Flächen treffen. Es wird jeden Grundstücksbesitzer treffen, also auch jeden Mieter, der beteiligt werden wird. Es trifft jeden, der in der Gemeinde wohnt.

3. Die geplante Küstenschutzsteuer, die im Volksmund längst Deichsteuer heißt, kommt.


    Störbrücke 19. Juni 2010

    Wir waren am 19. Juni 2010 kurzentschlossen mit ca. 60 Leuten in Itzehoe, um während der Feier zur Eröffnung der neuen Störbrücke Präsenz zu zeigen. Diese Aktion kam unglaublich gut an. Die Reaktionen waren fast durchweg positiv. Auch Landtags- und Bundestagsabgeordnete nahmen uns wahr und behandelten uns in der Regel freundlich und interessiert. Die meisten machten uns Mut: "Macht unbedingt weiter!" - "Kämpft für euren Hafen." - "Das ist eine tolle Sache." - "In Kiel hat man offensichtlich nicht damit gerechnet, dass ihr euch wehrt. Macht weiter!"


    Aktionsmarsch zum Hafen am 13. Juni 2010

    Begeisterung strahlte aus den Gesichtern der Organisatoren, die eine verrückte Woche erlebt hatten. Sie hatten alles daran gesetzt, einen wirklich großen und zugleich friedlichen Aktionsmarsch zum Hafen in nur sieben Tagen auf die Beine zu stellen. Das gelang. 1500 kamen.

    „Wenn ich das von hier oben so sehe, dann geht mir das Herz auf“, sagte Dirk Eggers, Sprecher der Bürgerinitiative Hafen-Zukunft (BIHZ), der auf dem Sky-Parkplatz nur auf einen Stein geklettert war, einen etwas größeren Findling, und dennoch dort stand und schluckte. Denn insgeheim hatte die BIHZ auf viele Teilnehmer gehofft. Doch als die Vereine in ihrer Kluft, die Firmen mit ihren Spruchbändern und die vielen anderen mit ihren Schildern nun tatsächlich zu Hunderten dort standen, wurden die Organisatoren doch rührig. „Wir sind heute hier, um für unseren Hafen einzustehen“, rief Eggers und appellierte: „Wir wollen, dass der Marsch friedlich bleibt. Erst dann gucken die in Kiel auf uns. Aber seid laut und macht auf euch aufmerksam.“

    Was sich an Masse auf dem großen Parkplatz noch etwas verlor, wurde in der Hafenstraße ein langer Zug, als es um 13 Uhr losging. Die Letzten verließen die Parkfläche gerade, als die Ersten schon längst die Kirche erreicht hatten. Am Ende der Hafenstraße warteten am Straßenrand viele, die sich anschlossen, und auch am Hafen hatten sich bereits viele Menschen versammelt.

    Angesichts der geschätzten Teilnehmerzahl von insgesamt 1500 Personen meinte Bürgermeister Gerd Dethlefs, der als Erster ans Rednerpult über dem großen Hafensiel ging: „Das zeigt, wie ernst die Sache genommen wird.“ Aus Kiel habe es allerdings noch keine Reaktion gegeben. „Vielleicht hofft man dort, dass man die Sache aussitzen kann.“

    Dirk Eggers hielt fest: „Es scheint ein Ruck durch die Bevölkerung zu gehen. Nicht nur in Friedrichskoog.“ Was immer schwierig sei, sei die Leute unter einen Hut zu bringen. „Genau das ist uns hier aber gelungen.“ Fischer, Sielverbände, Landwirte, Tourismus, Vereine, Gewerbebetriebe, Teilnehmer aus der Gemeinde Friedrichskoog, aus Kronprinzenkoog, Marne, Büsum und von der Seglervereinigung Meldorf, die ebenfalls ein Verschlickungsproblem in ihrem Hafen hat — sie alle kamen.

    Dieter Voss, Vorsitzender der Fischer, rief deshalb in Richtung der Landeshauptstadt: „Peter Harry Carstensen, schau nach Friedrichskoog, denke an Dithmarschen und lass unseren Hafen am Leben.“ Es könne Geld gespart werden, aber nicht mit der Schließung des Hafens. Weniger bürokratisches Wirrwarr und gezielterer Einsatz der Mittel könne viel bewirken. Der Einsatz eines Wachmanns auf dem Saugbagger sei beispielsweise unnötig, weil er nur die Beleuchtung bewache. „Klauen will den Bagger sowieso keiner. Höchstens der Schrotthändler.“ Der Hafensand könne verkauft werden. Und die Fischer würden Aufgaben wieder übernehmen, wie früher, um dem „Schlendrian“ entgegenzutreten. Tausende Euro seien allein auf diese Weise zu sparen.