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Auf dieser Seite sammelt die BIHZ zurzeit alle Daten und Fakten, die die BIHZler finden können. Das wird zunächst ein wenig wahllos geschehen, soll aber - hoffentlich - zu einem eigenen Konzept führen.

Irgendwann werden wir uns mit Benthos beschäftigen müssen. Das ist die Gesamtheit aller in der Bodenzone eines Gewässers vorkommenden Lebewesen. Der Begriff schließt sowohl die festsitzenden Organismen als auch die kriechenden, laufenden oder vorübergehend schwimmenden Bodentiere ein, grenzt aber die im freien Wasser vorkommenden, wie z.B. Plankton, aus. Immerhin steht offenbar die "vogelkükenfreundliche Gestaltung" südlich des Trischendamms nicht mehr so sehr im Vordergrund. Die Sache mit dem Schiffsverkehr könnte aber noch hinderlich sein...? Mehr dazu, wenn's notwendig wird.

Neuestes:

Gemeinde und Kreis verhandeln jetzt (Dezember 2010) mit dem Land über die so genannten "Eckpunkte einer Vereinbarung zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Gemeinde Friedrichskoog (Variante 1 - ohne Probephase)". Dazu zählen folgende Punkte:
  • Das Land gibt die Trägerschaft Ende 2012 auf, heißt, schließt den Hafen, wenn sich kein anderer Träger findet.

  • Das Land leitet ein Planfeststellungsverfahren ein. Ziel: Umbau des Sperrwerks in ein Schöpfwerk. Beginn: 3. Quartal 2012. Baggern bis 30. Juni 2012.

  • Die Gemeinde prüft bis zum 30. Juni 2012 die Finanzierung des Hafenbetriebs und alternative Trägerschaft, zudem Windpark zur Finanzierung.

  • Bis zur Schließung soll das Land die Kosten des Hafenbetriebs mindestens im Umfang der Vorjahre weiter tragen.

  • Das Land wirkt in Arbeitsgruppen mit (u.a. Verringerung der Kosten, Windpark, touristische Inwertsetzung).

  • Wird die Trägerschaft übernommen, bleibt das Land für das Sperrwerk zuständig, auch für fällige Sanierung.

    Der Friedrichskooger Hafen ist ein wichtiger Faktor

    • für die Fischerei. Wir wollen unsere Flotte wieder im Heimathafen sehen, und wir wissen, dass es möglich ist.

    • für den Sportbootclub.

    • für die Entwässerung Friedrichskoogs und Dieksanderkoogs und für die Bewässerung in trockenen Phasen.

    • für den Tourismus. Siehe Hafenkonzept der GLC Glücksburg Consulting AG (wird noch ausgeführt)

    • für den Tourismus. Siehe u.a. den Bericht vom 22.07.2010 in der Dithmarscher Landeszeitung/Marner Zeitung (nachzulesen unter Fotos, Listen etc./ Info). Dort heißt es: "Allein die Ferienbranche entlang der Westküste erzielt eines Jahresumsatz von mehr als zwei Milliarden Euro: ein Anteil von 49,4 Prozent am Volkseinkommen in dieser Region. So steht es in der Mehrwert-Broschüre der Nordsee-Tourismus-Service GmbH..."

    Der Hafen kostet laut Landesregierung jährlich 670.000 Euro

    • Bislang sind keine anderen Zahlen bekannt, als die folgenden.

    Personalkosten: 240.000 Euro
    Sachkosten: 100.000 Euro
    Baggerkosten: 330.000 Euro

    Der Sielverbandsbagger arbeitete für 4 bis 8 Euro pro Kubikmeter. Das ist einer der wenigen Anhaltspunkte, wie es zu den Baggerkosten kam.

    • Es gibt keine detaillierte Auflistung, die belegt, dass die Kosten ausschließlich in Friedrichskoog entstanden sind - geschweige denn eine Aufschlüsselung der Posten, damit Alternativen zu einzelnen Punkten vorgelegt werden können.

    • Der Landesrechnungshof stützte sich in seiner Beurteilung des Hafens auf eine Ausgabenseite von 650.000 Euro jährlich und rückläufigen Einnahmen von 15.000 Euro im Jahr 2007.

    • Der Landesrechnungshof sieht das Wirtschaftsministerium in der Pflicht der Verkehrssicherung und auch der Entwässerung des Hinterlandes. (nachzulesen auf www.landesrechnungshof-sh.de, Bemerkungen 2010, Bericht zur Landeshaushaltsrechnung 2008, Kiel 7. Mai 2010, Punkt 13: Landeseigene Häfen: Friedrichskooger Hafen aufgeben und die restlichen Häfen ordnungsgemäß instand halten, ab S. 96, hier S. 97)

    Einnahmen?

    • Seit vielen Jahren wird der Friedrichskooger Hafen beidseits des Sperrwerks im Sommerhalbjahr ausgebaggert. Das Baggergut liegt auf einem Spülfeld nördlich des 2,2 Kilometer langen Hafenpriels (vom Sperrwerk bis zum Leuchtfeuer). Dieser Sand wurde teils abgefahren und teils für den Bau des Treibselabfuhrwegs (2009 auf der Südseite der Halbinsel) verwendet. Letzterer ist beim LKN offenbar als gegeben betrachtet worden - wurde also weder dem Hafen als Guthaben angerechnet, noch wurde berücksichtigt, dass die Personal-, Sach- und Baggerkosten, die zuvor für die Sandentnahme notwendig waren, nun dem Bauprojekt hätten angelastet werden müssen...

    • Steuereinnahmen - Eigentlich sollte es so sein, dass gar nicht mehr erwähnt werden müsste, dass die Betriebe rund um den Hafen dem Land Einnahmen bringen. Laut einer Umfrage der BIHZ und aufgrund der Rückmeldung von 43 Gewerbebetrieben in Friedrichskoog

    sehen sich 25 Gewerbebetriebe direkt durch eine Hafenschließung betroffen
    sehen sich 17
    Gewerbebetriebe indirekt betroffen
    sind 170 Arbeitsplätze bedroht
    werden Umsatzeinbußen zwischen 20 und 100 % erwartet
    sehen sich 34
    Gewerbebetriebe in ihrer Existenz bedroht und nur 7 nicht
    • Zukünftige Einnahmequellen bzw. Sparmaßnahmen?
    Vergabe der Baggerarbeiten (Erlös? 150.000 Euro oder 50.000? oder nur 20.000?)
    Übernahme der Rasenpflege durch den Bauhof der Gemeinde
    Verpachtung von Freiflächen am Hafen

    Liegetage

    • Behauptet wird gern, dass doch sowieso schon lange keine Kutter mehr im Friedrichskooger Hafen liegen. Wäre man sarkastisch veranlagt, könnte man mit der Frage dagegenhalten, seit wann sich Krabben denn im Hafen fangen lassen?! Natürlich müssen die Kutter den Hafen verlassen und angesichts des Zustandes, in dem sich die Zufahrt mittlerweile befindet (Hätte das Land dagegen ganz eventuell vielleicht etwas tun können, dass sie heute so mangelhaft ist? Ist ja immerhin ein Landeshafen...), ...angesichts des Zustandes jedenfalls, in dem sich die Zufahrt mittlerweile befindet, ist es doch kein Wunder, dass die Fischer lieber den "sicheren" Büsumer Hafen anlaufen. Aber, was soll's: Wer die Eingangsbehauptung von sich gibt, will eh nichts anderes hören...

    • Nichtsdestotrotz: Im Friedrichskooger Hafen liegen und lagen Schiffe, und zwar nicht erst, seitdem die Schließung droht. Der Vorsitzende des Fischervereins, Dieter Voss, hat sie gezählt, und zwar zwischen dem 5. August 2009 und dem 24. August 2010. 2.505 Liegetage kamen dabei heraus!

    • Die Schiffe kamen aus Friedrichskoog (1.900 Liegetage), Cuxhaven (158), Greetsiel (150), Tönning, (141), Spieka-Neufeld (43), Dorum (42), Wyk auf Föhr (26), Pellworm (17), Fedderwardersiel (17), Neuharlingersiel (6) und Wremen (5).

    • Wer sich jetzt über 1.900 Liegetage in 384 Tagen wundert, dem sei erklärt, dass Voss täglich die Schiffe im Hafen zählte. Waren es mehrere an einem Tag, so wurde für jedes ein Tag gezählt. Andersherum waren also (1.900 geteilt durch 384) durchschnittlich fast an jedem Tag fünf Schiffe da, und das, obwohl es Tage gab, an denen gar kein Schiff im Hafen lag. Also gab es Tage, an denen deutlich mehr in den Heimathafen zurückkehrten, als manche amtlichen Stellen annehmen möchten.

    Arbeitsplätze

    • Für das LKN (Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz) arbeiten im Landeshafen Friedrichskoog zurzeit 6 Personen (240.000 Euro Personalkosten, s.o.); jeweils 38,5-Stunden-Woche. Die Sperrwerks-Mitarbeiter müssen nach einer Schicht mindestens 11 Stunden Pause machen. (Vorgabe der B.A.D. Gesundheitsvorsorge und Sicherheitstechnik - Vielen Dank für den Hinweis!)
    1 Hafenmeister
    3 Leute für Unterhaltungsarbeiten
    2 Personen, die das Sperrwerk besetzen
    • Insgesamt sind bis zu 170 Arbeitsplätze bedroht (siehe oben)

    Folgen und Folgekosten, wenn das Land den Hafen schließt

    • Bau eines Schöpfwerks - durch das Land?!

    Wie hoch sind die Instandhaltungskosten? Strom? Leistung?
    Ist ein Schöpfwerkbau kostengünstiger als eine Sanierung des Sperrwerks, je inkl.Folgekosten?
    Abschreibungen? Verzinsung?
    • Bau einer Seewasser-Pipeline für die Seehundstation Friedrichskoog, um die Tiere weiterhin mit Nordseewasser versorgen zu können

    In heißen Sommern, wie aktuell in 2010, steigt der Wasserverbrauch in der Station auf einen deutlich höheren Wert, weil das Wasser wegen der entstehenden höheren Keimbelastung öfter ausgetauscht werden muss. Das muss bei Berechnungen berücksichtigt werden.
    • Was passiert in Sachen EU-Mittel für den Wal? Die Indoorspieleinrichtung wurde mit entsprechenden Fördermitteln gebaut. Wer zahlt, wenn es zu einer Rückforderung der Mittel kommt? Der Verursacher, sollte man meinen, also die Landesregierung?!
    Fragen, die bislang unbeantwortet sind
    • Wer ist für das Sperrwerk, sprich für die Küstenlinie zuständig? Antwort: das Land

    • Wieviel Wasser muss aus den Kögen Friedrichskoog und Dieksanderkoog herausfließen können? Wurde plötzlicher Starkregen in den bisherigen Überlegungen berücksichtigt?
    • Wie würde sich die Entwässerung bei einer Hafenschließung verändern?

    • Welche Kosten müssten von jedem einzelnen Bürger bewältigt werden? Und wäre das in einer strukturschwachen Region, die ohnehin von hoher Arbeitslosigkeit gekennzeichnet ist, vertretbar? Ist das überhaupt zu verantworten? Hat der Staat im Sinne seiner Bürger zu entscheiden und eine Landesregierung nicht auch? Gibt es Politik in Verbindung mit Moral und Gewissen?
    xxx